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VG Potsdam

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Pressemitteilung vom 19. Juli 2005

Terminhinweis für Mittwoch, den 20. Juli 2005 (Hirschfeld)

Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam hat für Mittwoch, den 20. Juli 2005, 10.00 Uhr, in dem Verfahren 6 K 3966/99 Termin zur Durchführung einer mündlichen Verhandlung anberaumt. In dem Verfahren geht es um ein 1.311 qm großes Grundstück in Potsdam, das dem 1936 zwangsweise in den Ruhestand versetzten jüdischen Richter Fritz Hirschfeld gehörte. Im Dezember 1938 veräußerte Herr Hirschfeld die Liegenschaft an die befreundete Baronin v. Mirbach. Der krebskranken, nicht reisefähigen nichtjüdischen Ehefrau Hirschfelds wurde ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt. Herr Hirschfeld emigrierte kurz danach in die Niederlande. Dort wurde er nach Einmarsch der Wehrmacht zunächst interniert, später ist er in Auschwitz getötet worden. Frau v. Mirbach, nach der in Potsdam eine Straße benannt ist, wurde 1982 in Israel als "Gerechte der Völker" geehrt. In der Gedenkstätte Yad Vashem erinnert ein Baum an sie. Das Grundstück ist später von der DDR enteignet worden. Sowohl die Nachfahren Herrn Hirschfelds als auch die Nachkommen Frau v. Mirbachs streben die Rückübertragung des im Potsdamer Ortsteil Klein-Glienicke gelegenen Grundstücks an. Nach dem Willen der Behörden soll das Grundstück an die Erbengemeinschaft nach Fritz Hirschfeld rückübertragen werden. Dagegen wendet sich die Erbengemeinschaft nach Frau v. Mirbach. Es habe sich um einen seltenen Fall von echter Fluchthilfe gehandelt. Später habe Frau v. Mirbach bei Besuchen im Internierungslager sogar ihr Leben für Herrn Hirschfeld riskiert. Maßgeblich für die Rückübertragung des Grundstücks sei deshalb allein die Enteignung Frau v. Mirbachs in der DDR. Die Verhandlung findet in Saal IV, Verwaltungsgericht - Nebenstelle -, Helmholtzstraße 6/7, in Potsdam statt. Ich weise aus gegebenem Anlass darauf hin, dass der Sitzungsort von der Postanschrift des Gerichts abweicht. Im Auftrag Jes Möller (Pressesprecher)